Entwicklung des Marketing

Das Internet tritt mit seinen Bedienungs- und Interaktionsmöglichkeiten als Web 1.0 und Web 2.0 in Erscheinung. Über die Definition dieser beiden Schlagworte gibt es unzählige Meinungen und Deutungen. Im Grundsatz geht es im Web 2.0, neben dem Angebot von Diensten direkt im Internet und dem Wert von Daten, auch um soziale Interaktionsformen (O'Reilly, 2006). Im Kontext des Marketing scheint mir folgendes bekannte Zitat von Ross Mayfield (Wired, 2005) als sehr schlagkräftig:
Web 1.0 was commerce. Web 2.0 is people.

Die Welt wird mit einer riesigen Anzahl immer neuer Produkte überschwemmt, die um die Gunst der Kunden buhlen. Viele dieser Produkte werden mit Massenmarketing in der Form von Fernsehwerbung, Zeitschriften und Plakaten beworben. Diese Art von Werbung funktioniert nach wie vor, ist aber extrem kostenintensiv und daher nur für sehr grosse Unternehmen möglich. Deren Wirksamkeit und das teilweise ungünstige Aufwand-Nutzen-Verhältnis stehen dabei zur Diskussion.

Locke (2001) lehnt im Bestseller „Gonzo Marketing“ Massenmarketing weitgehend ab und bezeichnet dessen Einsatz als höchst ineffizient und kaum gewinnbringend. Seine Aussagen sind zu absolut und haben sich auch in den zehn Jahren nach der Veröffentlichung seines Buches nicht in dieser Ausprägung bewahrheitet. Der Kernpunkt ist aber sicher, dass sich mit dem Internet neue Möglichkeiten für Anbieter und Konsumenten ergeben haben. Den Konsumenten wurde es möglich, Produkte bewusst zu suchen und auszuwählen, sowie sich über diese auszutauschen und sie zu bewerten. Anbieter müssen nicht mehr unbedingt mit Massenmarketing eine reine Push-Strategie verfolgen, sondern können ihre Angebote durch die Konsumenten gestalten und weiterverbreiten lassen.

Alle Marketingmethoden behalten ihre Gültigkeit, sie müssen aber im Mix zwischen Massenmarketing und Individualmarketing entsprechend eingesetzt werden. Die Kunden sind informiert und die unermessliche Anzahl von Werbebotschaften geraten schnell in Vergessenheit. Die Menschen folgen Grundbedürfnissen und suchen nach anderen Menschen und Werten. Dabei enttarnen sie oft die im Kern rein kommerzielle Werbung. Sie sind auf dem Internet in Sozialen Netzwerken im grossen Stil fündig geworden. Sie haben andere Menschen gefunden. Die Qualität solcher sozialen Beziehungen muss diskutiert und bewertet werden. Im Marketingkontext reicht es aber, dass die Möglichkeit besteht miteinander zu kommunizieren und Informationen zu Produkten auszutauschen.


Locke, C. (2001). Gonzo Marketing, Winning Through Worst Practices. Cambridge, MA: Perseus Publishing.
O'Reilly, T. (2006, 10. Dezember). Web 2.0 Compact Definition: Trying Again.
Zugriff am 4. Juni 2012 unter http://radar.oreilly.com/2006/12/web-20-compact-definition-tryi.html

Wired. (2005, 10. Juni). Are You Ready for Web 2.0?. Zugriff am 4. Juni 2012 unter
http://www.wired.com/science/discoveries/news/2005/10/69114

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